Studienstart: Bessere Versorgung chronischer Nierenerkrankungen

ChatGPT Nieren

Chronische Nierenerkrankungen (CKD) sind weit verbreitet: In Deutschland sind schätzungsweise rund zehn Millionen Menschen betroffen. Viele wissen zunächst gar nichts von ihrer Erkrankung, da sie oft lange ohne spürbare Beschwerden verläuft. Nur ein kleiner Teil der Betroffenen benötigt später eine Nierenersatztherapie oder eine Nierentransplantation. Dennoch ist die Erkrankung ernst, denn sie erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme und andere gesundheitliche Komplikationen deutlich.
Die Behandlung findet meist in der Hausarztpraxis statt.

Um die Versorgung von Menschen mit chronischer Nierenerkrankung zu verbessern und das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern, ist im April 2026 die BMFTR-geförderte CARE-Studie angelaufen. Die beteiligten Uni-Standorte dieses Projekts sind als Forschungspraxennetz-Nord (FoPraNet-Nord) Teil der Initiative DEGAM-ForNet.

Erkrankungsrisiko besser einschätzen
An der CARE-Studie nehmen 150 Hausarztpraxen und insgesamt über 5.800 Patientinnen und Patienten teil. Eingeschlossen werden Erwachsene mit eingeschränkter Nierenfunktion, die noch nicht von spezialisierten Nierenärztinnen oder -ärzten betreut werden.
Die Forschenden möchten herausfinden, wie Hausärztinnen und Hausärzte ihre Patientinnen und Patienten noch gezielter behandeln können. Dabei steht besonders im Fokus: Wer hat ein höheres Risiko, dass sich die Erkrankung verschlimmert – und wer eher nicht?

Gezielte Patient:innenbetreuung
Zu Beginn werden wichtige Gesundheitsdaten erhoben. Daraus wird für jede Person geschätzt wie hoch ihr individuelles Risiko ist, in den nächsten zwei oder fünf Jahren ein schweres Nierenversagen zu entwickeln. Diese Einschätzung wird den Patientinnen und Patienten verständlich erklärt. Ziel ist es, das Bewusstsein für die eigene Erkrankung zu stärken und die Behandlung zu verbessern.
Ein Teil der Hausarztpraxen erhält zusätzlich ein Feedback. Die andere Hälfte der Praxen arbeitet ohne Rückmeldung – so lässt sich am Ende vergleichen, welche Vorgehensweise erfolgreicher ist.
Alle Teilnehmenden werden über zwei Jahre hinweg begleitet. In dieser Zeit wird beobachtet, wie sich ihre Nierenfunktion entwickelt und welche Behandlungen sie erhalten. Dabei untersucht die CARE-Studie, ob sich durch diese gezielte Betreuung ein Fortschreiten der Erkrankung gebremst oder verhindert werden kann. Dazu gehören zum Beispiel:

• das Fortschreiten bis zur Nierenersatztherapie,
• eine starke Verschlechterung der Nierenfunktion,
• oder schwerwiegende Folgeerkrankungen.

Ein weiterer Fortschritt: Medikationsdaten werden automatisch in ein Studiensystem übertragen. Das spart Zeit und verbessert die Qualität der Daten – ein Ansatz, der auch für zukünftige Studien wichtig sein kann.

Medizinische Versorgung verbessern
Die Ergebnisse sollen helfen, die medizinische Versorgung in Hausarztpraxen weiter zu verbessern. Langfristig könnten sie in neue Entscheidungshilfen einfließen und dazu beitragen, dass Menschen mit chronischer Nierenerkrankung früher erkannt und gezielter behandelt werden.
Kurz gesagt: Die CARE-Studie will dazu beitragen, dass Betroffene länger gesund bleiben – und schwere Krankheitsverläufe möglichst verhindert werden.

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