Vorhofflimmern frühzeitig erkennen – Studienstart für Target AF

Herz TargetAF AI

Mit Target AF ist im Mai eine Studie gestartet, gefördert vom BMFTR, die untersucht, wie Vorhofflimmern früher erkannt werden kann. Bei Vorhofflimmern handelt es sich um eine häufige Herzrhythmusstörung, die vor allem bei älteren Menschen mit Bluthochdruck auftritt. Da dieses Flimmern oft lange unbemerkt bleibt und dann schwerwiegende Folgen wie Schlaganfälle haben kann, ist eine Früherkennung besonders wichtig. Wenn Vorhofflimmern entdeckt wird, kann die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten das Risiko für Schlaganfälle senken. Zur Feststellung von Vorhofflimmern wird ein EKG (Elektrokardiogramm) zur Aufzeichnung des Herzrhythmus eingesetzt. Da Vorhofflimmern nicht durchgehend auftritt, muss die EKG-Aufzeichnung über einen längeren Zeitraum erfolgen.

Früherkennung und Prävention
Die Studie verfolgt zwei wichtige Ziele: Zum einen wird geprüft, ob durch längere und häufige EKG-Messungen mehr Fälle von Vorhofflimmern frühzeitig entdeckt werden können. Zum anderen wird untersucht, ob sich durch bestimmte Untersuchungsergebnisse vorhersagen lässt, wer ein erhöhtes Risiko hat, Vorhofflimmern zu entwickeln. Langfristig sollen die Ergebnisse dazu beitragen, Vorsorgeuntersuchungen zu verbessern, indem Ärztinnen und Ärzte gezielter entscheiden können, welche Patientinnen und Patienten genauere Untersuchungen benötigen. Dadurch könnten Vorhofflimmern früher erkannt, besser behandelt und schwerwiegende Folgen verhindert werden.

Ablauf der Studie
An der Studie nehmen Patientinnen und Patienten teil, die 70 Jahre oder älter sind, unter Bluthochdruck leiden und bei denen bisher kein Vorhofflimmern festgestellt wurde.
Ziel ist es herauszufinden, welche dieser von Patientinnen und Patienten ein besonders hohes Risiko für Vorhofflimmern haben. Dazu wird die Hälfte der Teilnehmenden in die Interventionsgruppe eingeteilt und trägt im Beobachtungszeitraum regelmäßig ein 7-Tage-EKG. In diesem langen Zeitraum kann auch Vorhofflimmern erkannt werden, das nur gelegentlich auftritt und bei kurzen Untersuchungen oft unentdeckt bleibt. Die andere Hälfte der Teilnehmenden wird  zur Kontrollgruppe und wird wie bisher üblich medizinisch betreut, also ohne die zusätzlichen EKG-Messungen.
Zu Beginn der Studie wird bei allen Teilnehmenden ein 24-Stunden-EKG, ein Bluttest und eine Befragung durchgeführt. Es wird geprüft, ob sich anhand dieser Untersuchungsergebnisse erkennen lässt, wer ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern hat. Damit könnten Ärztinnen und Ärzte künftig noch gezielter entscheiden, wer von intensiveren Untersuchungen, wie beispielsweise dem 7-Tage-EKG, profitiert.

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