Adipositas besser behandeln – neue Studie gestartet

Adipositas – also starkes Übergewicht – gehört zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Die Erkrankung kann schwerwiegende Folgen haben, da sie unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöht und häufig auch das seelische Wohlbefinden belastet.
Genau hier setzt das Projekt FoPraNet-prevent an. das seit April 2026 vom BMFTR gefördert wird. Die beteiligten Uni-Standorte dieses Projekts sind als Forschungspraxennetz (FoPraNet-BW) Teil der Initiative DEGAM-ForNet.
Ziel ist es, die Behandlung von Menschen mit Adipositas in Hausarztpraxen nachhaltig zu verbessern – also dort, wo die meisten Betroffenen zunächst betreut werden.
Breite Patientengruppe für bessere Ergebnisse
Im Mittelpunkt stehen mindestens 1.000 erwachsene Patientinnen und Patienten mit diagnostizierter Adipositas, die in hausärztlichen Praxen behandelt werden. Die Teilnehmenden stammen aus unterschiedlichen Lebenssituationen und Altersgruppen. Dadurch sollen die Ergebnisse möglichst gut auf den Alltag in der medizinischen Versorgung übertragbar sein. Die zentrale Frage lautet: Wie kann die Betreuung so gestaltet werden, dass sie wirksamer, individueller und langfristig erfolgreicher ist?
Registeraufbau zur Datenermittlung
Ein wichtiger Bestandteil der Studie ist der Aufbau eines neuen Registers mit dem Namen „FoPraNet-prevent“. Dieses Register ist eine Datensammlung, in der Informationen, wie medizinische Daten aus der elektronischen Patientenakte oder Rückmeldungen der Patientinnen und Patienten selbst zu ihrem Wohlbefinden oder ihren Erfahrungen mit der Behandlung, zusammengeführt werden.
Diese umfassenden Daten helfen dabei, Risiken besser einzuschätzen und Zusammenhänge zu verstehen. So kann zum Beispiel untersucht werden, warum sich die Erkrankung bei manchen Menschen stärker auswirkt als bei anderen. Auf Basis der Daten werden verschiedene Studien durchgeführt. Dazu gehören sowohl klassische Vergleichsstudien als auch Beobachtungen aus dem Versorgungsalltag. So lässt sich nicht nur herausfinden, was wirkt, sondern auch wie Behandlungen im echten Leben umgesetzt werden.
Zusammenarbeit mit Praxen und Patientinnen und Patienten
Ein wichtiger Baustein der FoPraNet-prevent-Studie ist der enge Austausch mit den teilnehmenden Hausarztpraxen. Diese erhalten regelmäßig Rückmeldungen zu ihren Behandlungsergebnissen, um ihre Versorgung direkt zu verbessern.
Auch die Patientinnen und Patienten werden aktiv einbezogen. Ihre Erfahrungen und Einschätzungen fließen in die Entwicklung neuer Ansätze ein. Das sorgt dafür, dass die Maßnahmen nicht nur wissenschaftlich sinnvoll sind, sondern auch im Alltag gut angenommen werden.
Behandlung von Adipositas verbessern
Langfristig soll die Studie dazu beitragen, die Prävention und Behandlung von Adipositas gezielt weiterzuentwickeln. Durch die systematische Datensammlung entsteht eine wertvolle Grundlage für zukünftige Forschung.
Vor allem aber geht es darum, die Versorgung in Hausarztpraxen zu stärken: Betroffene sollen früher erkannt, individueller betreut und besser unterstützt werden – für mehr Gesundheit und Lebensqualität im Alltag.
HIER finden Sie wissenschaftliche Details zum Projekt.