Studie SCOPE-D: Depressionen besser behandeln

Depression SCOPE D AI

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Viele Betroffene wenden sich zunächst an ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt – eine wichtige erste Anlaufstelle. Doch die Behandlung im Alltag ist oft herausfordernd: Es fehlt manchmal an Zeit, klaren Strukturen oder ergänzenden Angeboten. Hier setzt die neue Studie SCOPE-D an, die seit April 2026 durch das BMFTR gefördert wird. Ziel ist es, die Behandlung von Menschen mit Depression in Hausarztpraxen gezielt zu verbessern – und dabei auch digitale Unterstützung sinnvoll einzubinden.

Worum geht es in der Studie?
Die Studie untersucht, wie gut sich bestehende medizinische Empfehlungen im Praxisalltag umsetzen lassen und ob zusätzliche digitale Angebote den Behandlungserfolg verbessern können.
Ein besonderer Fokus liegt auf zwei Bausteinen:
• einer strukturierten, psychosomatischen Grundversorgung durch die Hausarztpraxis
• sowie einem Online-Selbsthilfeprogramm namens „deprexis“, das Patientinnen und Patienten eigenständig unter Anleitung ihres Hausarztes bzw. ihrer Hausärztin nutzen können
Die zentrale Frage lautet: Hilft die Kombination aus persönlicher Betreuung und digitaler Unterstützung dabei, depressive Symptome schneller und stärker zu lindern?

Wer nimmt teil?
An der Studie beteiligen sich 60 Hausarztpraxen in Norddeutschland. Insgesamt nehmen etwa 600 erwachsene Patientinnen und Patienten teil, bei denen eine Depression festgestellt wurde.
Die Praxen werden per Zufall in zwei Gruppen eingeteilt: in eine Interventionsgruppe, die neben der üblichen Behandlung zusätzlich das Online-Programm „deprexis“ nutzt und in eine Vergleichsgruppe, die wie üblich ohne zusätzliche digitale Unterstützung behandelt.

Wie läuft die Behandlung ab?
Zu Beginn erhalten alle teilnehmenden Hausärztinnen und Hausärzte eine Schulung. Dabei lernen sie, wie sie Depressionen nach aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen erkennen und behandeln können.
Die Patientinnen und Patienten werden anschließend im Rahmen der sogenannten psychosomatischen Grundversorgung betreut. Das bedeutet: regelmäßige Gespräche, Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung und individuelle Behandlungsplanung. In der Interventionsgruppe kommt zusätzlich das Online-Programm „deprexis“ zum Einsatz. Es bietet Übungen, Informationen und Strategien, die Betroffene selbstständig zwischen den Arztterminen nutzen können – zum Beispiel zur Verbesserung der Stimmung oder zum Umgang mit belastenden Gedanken.

Was wird untersucht?
Ein zentrales Ziel ist es herauszufinden, ob sich die depressive Symptomatik innerhalb von drei Monaten stärker verbessert, wenn das Online-Programm zusätzlich genutzt wird.
Darüber hinaus wird untersucht wie sich das allgemeine Wohlbefinden entwickelt, ob Patientinnen und Patienten sich sicherer im Umgang mit ihrer Erkrankung fühlen, und wie sich die Behandlung im Praxisalltag umsetzen lässt. Dazu werden auch Interviews mit Ärztinnen, Ärzten und Patientinnen und Patienten geführt.

Warum ist die Studie wichtig?
Die SCOPE-D-Studie verbindet persönliche Betreuung mit digitalen Möglichkeiten. Sie zeigt, wie moderne Behandlungskonzepte in der Hausarztpraxis funktionieren können – nah am Alltag der Betroffenen. Langfristig sollen die Ergebnisse dazu beitragen, die Versorgung von Menschen mit Depression weiter zu verbessern. Ziel ist eine Behandlung, die wirksam, gut zugänglich und individuell anpassbar ist – damit Betroffene schneller Hilfe bekommen und sich nachhaltig besser fühlen.

 

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