

Intersektorale Forschung: Integration von DEGAM-ForNet und NUM

Die Initiative Deutscher Forschungspraxennetze (DEGAM-ForNet) arbeitet an einem Integrationsprojekt mit dem Netzwerk Universitätsmedizin (NUM). Ziel ist es, die Forschungsinfrastrukturen aus der hausärztlichen Praxis mit dem stationären universitätsklinischen Setting zu verbinden, um intersektorale Behandlungspfade für die Forschung sichtbar zu machen und dadurch relevante Erkenntnisse für die Versorgung zu ermöglichen.
Zweckbestimmung und Anforderungen
Der Auftakt zur Zusammenarbeit fand bereits im Frühsommer 2026 statt. Hier wurde die Abbildung des gesamten Behandlungspfades für die künftige Forschung als wesentlich sowohl für Praxen als auch für Universitätskliniken identifiziert. Dafür ist die Integration von Prozessen zur Studiendurchführung und die Standardisierung von Schnittstellen und IT-Infrastrukturen erforderlich.
Starkes Signal der DEGAM-ForNet Vertreterversammlung
Ende August 2026 mandatierte die DEGAM-ForNet Vertreterversammlung die DEGAM-ForNet Steuerungsgruppe offiziell damit, die Anforderungen für das Integrationsprojekt zu erarbeiten. Es werden nun praxisnahe Standards und Prozesse für intersektorale Forschungsprojekte definiert, um daraus die resultierenden technischen und organisatorischen Anforderungen abzuleiten.
Praxisnahe Anwendungsfälle für die Forschung
Die Ausgestaltung erfolgt dabei nicht theoretisch, sondern praxisnah anhand von drei konkreten Anwendungsfällen (Use Cases), die unterschiedliche Studiendesigns und Methodiken abdecken:
- Klinisch-epidemiologische Studie: Lungenarterienembolie (Leitung: Prof. Dr. med. Achim Mortsiefer)
- Registerbasierte klinische Studie: Adipositas (Leitung: Prof. Dr. med. Stefanie Joos)
- Monitoring / Surveillance: Ambulant erworbene Pneumonie (Leitung: Prof. Dr. med. Roland Koch)
Ausgestaltung und Umsetzung
Aus diesen methodisch vielfältigen Anwendungsfällen werden die Anforderungen an Technik und Governance abgeleitet. Prof. Dr. Christian Thies, Sprecher des Arbeitskreises Daten & IT der Initiative DEGAM-ForNet, konzipiert die Datenintegration mitsamt den erforderlichen digitalen Infrastrukturen und Werkzeugen. Die nötigen prozessualen Schnittstellen sowie Governance-Strukturen erarbeitet Dr. Leonor Heinz, Leiterin der Koordinierungsstelle DEGAM-ForNet. Diese Arbeit erfolgt parallel zur Arbeit an den Use Cases ab Oktober 2026.
Bis Januar 2027 ist die Fertigstellung der Anforderungsanalyse durch die Steuerungsgruppe geplant. Auf diesem Fundament baut die anschließende Ausgestaltung und Umsetzung des Integrationsprojekts auf, um hausärztliche Forschungspraxen nachhaltig intersektoral mit universitätsklinischen Forschungsdateninfrastrukturen zu vernetzen.
Mehr zu den Partnern des Integrationsprojekts
DEGAM-ForNet bringt die Expertise für versorgungsnahe Forschung „aus der Praxis für die Praxis“ mit über viele Jahre gewachsenen Beziehungen mit hausärztlicher Forschungspraxen ein.
Das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) stellt mit seinen vielfältigen Infrastrukturen, wie den NUM-Datenintegrationszentren (NUM-DIZ) und dem NUM-Studiennetzwerk (NUM-SN), standardisierte technologische Infrastrukturen und zentrale Prozesse für klinische Studien sowie Forschungsexpertise spezialisierter Fächer der Universitätskliniken bereit.