Target AF

Akronym

Target AF

Forschungsfrage

Das Projekt „Target AF“ zielt darauf ab, die hausärztliche Versorgung älterer Menschen mit erhöhtem Schlaganfallrisiko durch eine evidenzbasierte, systematische Früherkennung von Vorhofflimmern (VHF) zu verbessern. Hierzu wird untersucht, ob durch regelmäßige und systematische Kontrollen mittels eines 7-Tage-Elektrokardiogramms (7-Tage-EKG) bei älteren Menschen mit arterieller Hypertonie Vorhofflimmern früher erkannt werden kann. Darüber hinaus wird geprüft, ob spezifische Biomarker – insbesondere kardiale Parameter wie das B-Typ natriuretische Peptid (BNP) – sowie charakteristische Herzrhythmusmuster im EKG dazu geeignet sind, Personen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Vorhofflimmern zuverlässig zu identifizieren. Die zentralen Fragestellungen sind: Verbessert eine strukturierte Screening-Intervention die Detektionsrate von bislang unentdecktem Vorhofflimmern? Wie kann eine risikostratifizierte Vorsorgestrategie unter gezielter Nutzung diagnostischer Ressourcen gestaltet sein?

Studiendesign und Patientengruppe

Die Studie ist als prospektive, kontrollierte Interventionsstudie angelegt und umfasst insgesamt 1.000 Teilnehmende. Eingeschlossen werden ältere Patientinnen und Patienten (70 Jahre und älter) mit diagnostizierter arterieller Hypertonie, die bislang kein bekanntes Vorhofflimmern aufweisen. Die Studienteilnehmenden werden in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Interventionsgruppe mit 500 Personen erhält ein strukturiertes Screening mittels wiederholter 7-Tage-EKG-Untersuchungen, während die Kontrollgruppe (ebenfalls 500 Personen) der üblichen Regelversorgung folgt. Zusätzlich erfolgt innerhalb der Interventionsgruppe eine risikostratifizierte Einteilung basierend auf initial erhobenen Biomarkern und EKG-Befunden, um differenzierte Screeningstrategien zu evaluieren.

Methode und Durchführung

Zu Beginn der Studie wird bei allen Teilnehmenden eine umfassende Basisdiagnostik durchgeführt, einschließlich 24-Stunden-EKG sowie Bestimmung relevanter Blutparameter, insbesondere BNP. In der Interventionsgruppe werden anschließend nach 3, 12, 24 und 36 Monaten 7-Tage-EKG-Aufzeichnungen durchgeführt, um auch intermittierend auftretende, bislang asymptomatische Episoden von Vorhofflimmern zu erfassen. Alle Teilnehmenden werden bei Studienaufnahme sowie nach 3, 12, 24 und 36 Monaten befragt zu ihrer Lebensqualität, ihrem Gesundheitszustand, kardiovaskulären und Blutungsereignissen sowie zur Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen.

Outcome und Ziele der Studie

Primäres Outcome ist der Nachweis von Vorhofflimmern in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe. Sekundäre Outcomes umfassen die Bewertung des prädiktiven Werts der untersuchten Biomarker und EKG-Parameter.
Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen verschiedenen Risikofaktoren, einschließlich dererhobenen Biomarker Initial-EKG-Muster und dem späteren Auftreten von Vorhofflimmern zu identifizieren. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, evidenzbasierte Empfehlungen für strukturierte Versorgungsprozesse und gezielte Screeningprogramme zu entwickeln, die durch die Kombination aus erweiterten diagnostischen Verfahren und individualisierter Risikobewertung eine frühzeitigere Erkennung von Vorhofflimmern zu ermöglichen. Durch solche zielgerichteten Vorsorgeuntersuchungen können Ressourcen im Gesundheitssystem effizienter eingesetzt werden und die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko für Herzrhythmusstörungen nachhaltig verbessert.

Institutionen und Verantwortliche

Allgemeinmedizinischer koordinierender Universitätsstandort, Verantwortlich:
Göttingen, Prof. Eva Hummers

Weitere allgemeinmedizinische Universitätsstandorte, Verantwortliche
Greifwald, Prof. Jean Chenot
Hannover, Prof. Nils Schneider
Hamburg, Prof. Martin Scherer
Oldenburg, Prof. Michael Freitag
Rostock, Prof. Ralf Jendyk

Fördergeber

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)