HANSON

Akronym

HANSON

Forschungsfrage

Die vom BMFTR ab 1. April 2026 geförderte Studie „Hypertonisches Kochsalz-Nasenspray bei Atemwegsinfektionen“ (kurz: HANSON) untersucht, ob die frühzeitige Anwendung eines hypertonischen kochsalzhaltigen Nasensprays bei Erwachsenen mit beginnenden Erkältungsbeschwerden zu einer Verkürzung der Krankheitsdauer führt.

Studiendesign und Patientengruppe

Die Untersuchung ist als cluster-randomisierte kontrollierte klinische Studie konzipiert. Voraussetzung für die Studienteilnahme ist entweder das Auftreten von mindestens zwei Erkältungsepisoden innerhalb der vergangenen zwölf Monate oder das Vorliegen von Vorerkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf von Atemwegsinfektionen einhergehen.

Methode und Durchführung

Die teilnehmenden Praxen werden per Zufall einem der drei Studienarme zugeordnet. In zwei Interventionsgruppen erfolgt zusätzlich zur üblichen Versorgung die Anwendung eines hypertonischen kochsalzhaltigen Nasensprays nach unterschiedlichem Schema. Die Kontrollgruppe erhält die übliche Versorgung. Alle Gruppen erhalten zusätzlich evidenzbasierte Handlungsempfehlungen gedruckt oder online.

Outcome und Ziele der Studie

Primäres Zielkriterium ist die Anzahl der Krankheitstage innerhalb von sechs Monaten. Darüber hinaus werden mehrere sekundäre Endpunkte untersucht. Dazu zählen unter anderem die Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, Produktivität und die krankheitsbezogene Lebensqualität, Medikamenteneinnahme (Antibiotika und „over the counter“ Medikation) sowie Faktoren, die mit der Dauer der Krankschreibung und dem Behandlungserfolg assoziiert sind. Diese Parameter werden sowohl über einen Zeitraum von sechs als auch von zwölf Monaten erfasst, um kurz- und mittelfristige Effekte der Intervention zu bewerten. Ergänzend erfolgt eine gesundheitsökonomische Evaluation, die potenzielle Kosteneinsparungen durch den Einsatz des Nasensprays quantifizieren wird. Im Rahmen einer Evaluation der Prozesse werden zudem die praktischen Voraussetzungen und möglichen Barrieren für die Anwendung der Studienintervention im Versorgungsalltag analysiert. Dabei stehen insbesondere die Erfahrungen und Perspektiven der teilnehmenden Patientinnen und Patienten im Fokus.

Institutionen und Verantwortliche

Allgemeinmedizinischer koordinierender Universitätsstandort, Verantwortlich
Würzburg, Prof. Ildikó Gàgyor

Weitere allgemeinmedizinische Universitätsstandorte, Verantwortliche
Augsburg, Prof. Marco Roos
Berlin, PD Dr. Felix Holzinger
Erlangen, Prof. Kühlein
Freiburg, Dr. Claudia Salm
Jena, Prof. Verena Vogt
Kiel, Prof. Hanna Kaduzskiewicz
Marburg, Prof. Annika Viniol
München (LMU), Dr. Linda Sanftenberg
München (TMU), Prof. Antonius Schneider
Regensburg, Prof. Dr. Patricia Schartau
Tübingen, Prof. Stefanie Joos
Ulm, Prof. Anne Barzel

Fördergeber

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)